vier – QUT

Nun sind die ersten Tage hier in Brisbane schon vorbei und so langsam habe ich mich schon etwas eingelebt. Der Jetlag ist überwunden, ein Konto ist eröffnet (dank einer super hilfreichen und enorm netten Bankangestellten vom Typ nette Omi war das total entspannt) und auch die ersten bürokratischen Hürden an der Uni (Zutrittskarten, Mail, Vertrag) sind genommen. Allerdings ging es dort erst etwas unorganisiert zu, nach meinen Schwierigkeiten mit dem Visum hatte wohl niemand damit gerechnet, dass ich nun wirklich schon am Montag da aufkreuze. Dementsprechend gibt es noch keinen Rechner oder festen Arbeitsplatz. Auch in welchem Projekt ich nun eigentlich genau mitarbeiten soll, war irgendwie plötzlich nicht ganz klar. Na, das wird sich schon noch finden :) Der Campus der Uni ist jedenfalls total eindrucksvoll. Eine Menge Gebäude, alt und neu und viel grün. Überall kann man lässig draußen rumsitzen und aus Dutzenden kleinen Imbissen im Food Court bzw. auf dem ganzen Campus wählen. Es gibt also keine zentrale Mensa, sondern einfach alles von Subway, Burger, Chinese, Mexikaner, Kebab, Salatbar, Smoothies …
Dass es an der Uni jetzt erst mal langsam anläuft ist natürlich auch nicht verkehrt, so konnte ich diese Woche ohne schlechtes Gewissen eine Menge Appartements besichtigen. Da ich aber ein bisschen anspruchsvoll bin (möbliert, tolle Aussicht, in Campusnähe und noch vertretbarer Preis), ist dass das Angebot doch etwas eingeschränkt. Hauptproblem ist entweder der hohe Preis (unter 470$ pro Woche braucht an sowieso nicht anfangen) oder die schon ziemlich abgewohnten Möbel, die stören. Am Wochenende habe ich noch einige Besichtigungstermine, aber dann muss ich mich doch langsam entscheiden und irgendwo einen Kompromiss eingehen.
Hier aber zunächst noch einige Impressionen vom Campus und der Stadt.
Blick von South Bank über den Fluss in Richtung Zentrum (Central Business District – CBD).

Blick von South Bank über den Fluss in Richtung Zentrum (Central Business District – CBD).

Im botanischen Garten gleich neben der Uni.

Im botanischen Garten gleich neben der Uni.

Auf dem Campus steht das erste Regierungsgebäude von Queensland.

Auf dem Campus steht das erste Regierungsgebäude von Queensland.

Queensland University of Technology.

Queensland University of Technology.

Zurück ins Hotel mit der Katamaran-Fähre City Cat.

Zurück ins Hotel mit der Katamaran-Fähre City Cat.

drei – Perspektive

Vor dem Aufbruch in ein fremdes Land ist es doch immer gut, sich erstmal einen – auch geographischen – Überblick zu verschaffen. Australien ist nun nicht einfach nur ein Land, sondern gleichzeitig auch ein ganzer Kontinent. Entsprechend beeindruckend sind folgende Bilder, die Deutschland einmal in Relation zur australischen Landmasse setzen.

Deutschland in Australien

Deutschland in Australien

Ich finde diesen bildlichen Größenvergleich um einiges anschaulicher als die nackten Zahlen, die aber der Vollständigkeit halber hier trotzdem noch genannt seien: Laut Wikipedia hat Australien 23 Mio Einwohner auf einer Fläche von knapp 7,7 Mio km². In Deutschland leben etwa 80,5 Mio Menschen auf gut 357.000 km². Das sind also 3,5 mal mehr Menschen auf lediglich 4,6% der Fläche.
Von Brisbane bis Sydney sind es auf der Straße immerhin 920 km. Melbourne im Süden und Cairns im Norden sind mit 1700 km etwa gleich weit entfernt. Schnelle Wochenendausflüge dorthin werden also eher die Ausnahme bleiben :)

Deutschland in Australien

Deutschland in Australien

Ebenso interessant ist ein Vergleich der geographischen Lage. Chemnitz liegt auf etwa 50,8° nördlicher Breite. Auf dem gleichen Breitengrad der Südhalbkugel befindet sich kaum noch Land, abgesehen von der äußersten Südspitze Patagoniens.

Breitengrad von Chemnitz auf der Südhalbkugel.

Breitengrad von Chemnitz auf der Südhalbkugel.

Brisbanes Lage von 27,4° Süd hingegen würde auf der Nordhalbkugel wahlweise einer Position in der Sahara, Nordindien oder Florida entsprechen.

Breitengrad Brisbanes auf der Nordhalbkugel.

Breitengrad Brisbanes auf der Nordhalbkugel.

Die Bilder in diesem Eintrag habe ich übrigens mit Hilfe der Seite mapfrappe.com erstellt. Diese bietet die Möglichkeit, die Umrisse von Ländern beliebig über die Weltkarte zu legen. Das Besondere dabei ist, dass die Verzerrungen, die durch die Projektion der gekrümmten Erdoberfläche auf die ebene Karte entstehen, korrigiert werden. Durch diese Verzerrungen erscheinen Gebiete in der Nähe der Pole deutlich größer, als sie „in Wirklichkeit“ sind. Besonders deutlich wird das an der Fläche Grönlands und der skandinavischen Länder. Die Seite betreibt auch ein Blog, auf dem es anschauliche Beisiele für diesen Verzerrungeffekt gibt.

Europa in Australien.

Europa in Australien.

Die beschriebene Verzerrung bzw. deren Umkehrung wird im Bild oben sichtbar: Die Form Spaniens und Skandinaviens weicht doch schon deutlich wahrnehmbar von den gewohnten Proportionen ab. Grund ist, dass der Norden Skandinaviens auf den uns vertrauten Karten schon deutlich vergrößert abgebildet wird, während Spanien eher gestaucht wird. Bei der Projektion auf die geographische Breite Australiens wird dieser Effekt ausgeglichen. Resultat ist ein etwas ungewohntes Abbild unseres Kontinents.

Weitere interessante Größenvergleiche: Queensland (der Bundesstaat dessen Hauptstadt Brisbane ist) würde sich in Europa von Dänemark bis zur Südspitze Italiens erstrecken. Wenn Melbourne an der Position Oslos liegen würde, befände sich Brisbane fast genau am Nordkapp.

Queensland in Europa.

Queensland in Europa.

Norwegen in Australien.

Norwegen in Australien.

Moving to Brisbane

I started working with the Robotics and Autonomous Systems group at Queensland University of Technology in Brisbane. I will join the Agricultural Robotics Programme, working on the visual identification of different plant species.

zwei – Ankommen

Nach über 32 Stunden bin ich nun endlich angekommen in meiner neuen Heimat für das nächste Jahr. Einreise, Zoll usw. ging alles problemlos, nur die Flüge selbst waren doch ziemlich anstrengend. Diesmal konnte ich keinen Schlaf finden und habe mir die Zeit mit allerlei Filmen vertrieben. Das Angebot bei Cathay Pacific war doch ganz brauchbar. So habe ich jetzt den Hobbit 1 & 2 und  den kürzlich oskarprämierten „12 Years a Slave“ geschaut, Tom Hanks als von somalischen Piraten entführten „Captain Phillips“ zugesehen, sowie einen schweigsamen (das einzige gesprochene Wort im ganzen Film war „Fuck!“) Robert Redford in „All is Lost“.

Hier zwei Bildschirmfotos (wirklich) von den langen Flügen von Frankfurt nach Hongkong und weiter nach Brisbane. Die Route über Abu Dhabi ist aber irgendwie besser, weil kürzer, denke ich. Besonders die 5 Stunden Aufenthalt in Hongkong waren doch ziemlich nervig, auch wenn ich es irgendwie geschafft habe, etwa zwei Stunden auf den unbequemen Sitzen im Wartebereich zu schlafen.

Erste Etappe: Frankfurt - Hongkong.

Erste Etappe: Frankfurt – Hongkong.

Zweite Etappe: Hongkong - Brisbane

Zweite Etappe: Hongkong – Brisbane

Jetzt wohne ich erst mal für die nächsten Tage im Meriton Apartment-Hotel im Stadtzentrum. Viel Zeit, irgendwas zu unternehmen hatte ich heute nicht, denn nach der nächtlichen Ankunft im Hotel gegen 2 Uhr und anschließend gut 12 Stunden Schlaf war der Tag schon fast wieder vorbei. Es hat aber noch zum Einkaufen gereicht, hier ist gleich ein Woolworths-Supermarkt in der Nähe, der auch Sonntags bis 18 Uhr geöffnet hat.

Morgen ist der erste Tag an der Uni, vorher will ich noch ein Bankkonto eröffnen und am Nachmittag besichtige ich schon die erste Wohnung. Es geht also gleich richtig los :)

 Mein Hotelzimmer ist im 34. Stock, die Aussicht ist also ganz nett, auch wenn heute das Wetter etwas trübe war. Im Norden Queenslands brauen sich zwei Stürme zusammen, die Ausläufer scheinen bis nach Brisbane zu reichen.

Mein Hotelzimmer ist im 34. Stock, die Aussicht ist also ganz nett, auch wenn heute das Wetter etwas trübe war. Im Norden Queenslands brauen sich zwei Stürme zusammen, die Ausläufer scheinen bis nach Brisbane zu reichen.

 

 Nächtlicher Blick aus dem Fenster im 34. Stock.  Blau beleuchtet die Story Bridge über den Brisbane River.

Nächtlicher Blick aus dem Fenster im 34. Stock. Blau beleuchtet die Story Bridge über den Brisbane River.

Schöne Wohnküche im Meriton-Hotel.

eins – Aufbruch

ZU BEGINN einer jeden Flugreise gibt es diesen kurzen Moment in dem das Flugzeug die Nase anhebt, sich von der Startbahn löst und schließlich beginnt, immer schneller in den Himmel zu steigen. Die plötzliche Beschleunigung nach oben ist jedes Mal als Kribbeln im Bauch fühlbar – ein wenig wie in der Achterbahn. Für mich ist dieses bekannte, nur zwei oder drei Sekunden dauernde Gefühl jedes Mal mit dem entspannten Wissen verbunden, dass die Reise jetzt wirklich beginnt. All die Hektik, der Trubel und das lange Warten am Flughafen, beim Einchecken, vor Sicherheitskontrollen, vor dem Boarding – das alles hat ein Ende und ich bin endlich auf dem Weg. So ist es auch diesmal, als unsere Boeing 777 in den klaren Himmel über Frankfurt steigt.

Nur etwas ist anders als sonst. Ich habe kein Rückflugticket dabei.
Ein Jahr in Australien liegt vor mir, ein Jahr an der Queensland University of Technology, ein Jahr in Brisbane, der Metropole an Queenslands Ostküste.

In diesem Blog möchte ich im kommenden Jahr meine Erlebnisse, Eindrücke und Abenteuer –  aber auch die eine oder andere Belanglosigkeit des Lebens in Australien – festhalten, kommentieren und illustrieren. Ich hoffe, ich halte es durch, hier regelmäßig etwas zu posten. Sonst erinnert mich bitte daran :)