neun – The Jezables

The Jezables

Hier in Brisbane ist natürlich entsprechend der Größe der Stadt immer eine Menge los, das Angebot an Pubs, Restaurants, Theater und Musik jeder Richtung ist schon unüberschaubar groß. Zufällig bin ich auf ein Konzert der Jezables aufmerksam geworden. Die Band ist aus Sydney und schon einige Zeit fester Teil meiner Playlist :) Um so besser, dass sie hier in einem gemütlichen Club im Unterhaltungsviertel Fortitude Valley ein echt cooles Konzert gegeben haben.


acht – Ostern

Ostern wird natürlich auch hier in Australien gefeiert und auch der Karfreitag und Ostermontag sind hier frei. Ein weiterer Feiertag in der Woche nach Ostern war dieses Jahr der ANZAC Day, der den australischen und neuseeländischen Soldaten gewidmet ist (ANZAC = Australian New Zealand Army Corps). Da dieser Tag am Freitag nach Ostern gefeiert wurde, konnte man mit nur drei Urlaubstagen ganze 10 Tage Ferien gewinnen. Das habe ich natürlich auch gleich genutzt, ebenso wie die meisten Kollegen an der Uni.

Als Ziel für meinen Trip habe ich mir die Südküste im Bundesstaat Victoria ausgesucht, da es dort ja aufgrund der geografischen Lage im Winter bald nicht mehr so gemütlich ist und die näher gelegenen Ziele hier im Norden auch im Winter gut bereist werden können. So ging es dann also am Karfreitag morgens mit dem Zug in wenigen Minuten raus zum Flughafen und dann mit Virgin Airlines in knapp 2 Stunden nach Melbourne.
Flug 326 nach Melbourne startet planmäßig.

Flug 326 nach Melbourne startet planmäßig.

Beim Flug über den angrenzenden Bundesstaat New South Wales und dann über Victoria zeigte sich Australien von einer erstaunlich grünen Seite, obwohl wir doch schon recht weit im Landesinneren flogen. Also vom viel zitierten „roten Herz“ des Kontinents war noch nichts zu sehen.

Melbourne

Nachmittags in Melbourne angekommen ging es schnell zum Hotel mit dem schönen Namen „Batman’s Hill“ (dort gab es auch den John Batman Konferenzraum) und dann gleich weiter in die Stadt. Es wirkte erst alles wie ausgestorben, aber das haben diese Großstädte so an sich, da das Zentrum in erster Linie aus Bürohochhäusern besteht, die natürlich am Wochenende bzw. Feiertag verlassen dastehen.
Melbourne liegt, ähnlich wie Brisbane, an einem großen Fluss, dem Yarra River.

Melbourne liegt, ähnlich wie Brisbane, an einem großen Fluss, dem Yarra River.

Auf dem zentralen Federation Square war aber doch viel Leben, denn es fand gerade das alljährliche Comedy Festival statt (bei uns am Karfreitag eher nicht vorstellbar). Ein Straßenkünstler hatte eine beachtliche Menschenmenge versammelt und schaffte es, die Leute mit kleinen Showeinlagen unter Einbeziehung des Publikums zu unterhalten.
Street Art Performance auf dem Federation Square.

Street Art Performance auf dem Federation Square.

Blick über den Federation Square mit Bahnhof links und dem Central Business District im Hintergrund.

Blick über den Federation Square mit Bahnhof links und dem Central Business District im Hintergrund.

 

Später am Abend gab es auf einer Bühne eine 90 minütige kostenlose Show verschiedner Künstler und Comedians, alles sehr lustig. Mir und den zahlreichen Zuschauern hats gefallen.

Abendliche Comedy Show mit verschiedenen Künstlern.

Abendliche Comedy Show mit verschiedenen Künstlern.

The Yoyo People – sehr unterhaltsam.

The Yoyo People – sehr unterhaltsam.

 

Lecker Essen kann man in Melbourne natürlich auch. Das untenstehende Bild ist eher kein Beweis dafür, aber ich habe mich dem Lonely Planet folgend für ein nettes Restaurant entschieden und lag damit nicht verkehrt. Als Karfreitags-Special gab es ein leckeres Meeresfrüchte-Gericht und Neuseeländischen Weißwein.

 

Eher nicht so lecker, mein Abendessen war deutlich besser :)

Eher nicht so lecker, mein Abendessen war deutlich besser :)

Eine Besonderheit im Stadtbild sind die vielen Straßenbahnen. Weil die allgegenwärtig sind, gibt es für die Autofahrer eine sehr gewöhnungsbedürftige Regelung für das Abbiegen nach rechts (also über die Schienen, entspricht bei uns dem Linksabbiegen): Man ordnet sich links ein und stellt sich vor die in der Querstraße wartenden Autos. Dann wartet man, bis die grün bekommen und biegt erst dann ab. Hintergrund ist, dass man beim Warten auf freie Fahrt nicht die Straßenbahn oder nach nachfolgenden Verkehr behindert.

Eine Besonderheit im Stadtbild sind die vielen Straßenbahnen.

Eine Besonderheit im Stadtbild sind die vielen Straßenbahnen. Weil die allgegenwärtig sind, gibt es für die Autofahrer eine sehr gewöhnungsbedürftige Regelung für das Abbiegen nach rechts (also über die Schienen, entspricht bei uns dem Linksabbiegen): Man ordnet sich links ein und stellt sich vor die in der Querstraße wartenden Autos. Dann wartet man, bis die grün bekommen und biegt erst dann ab. Hintergrund ist, dass man beim Warten auf freie Fahrt nicht die Straßenbahn oder nach nachfolgenden Verkehr behindert.

Nach diesem lustigen Abend in Melbourne habe ich am nächsten Morgen mein Mini-Wohnmobil abgeholt. Diese Campingvans gibt es natürlich in verschiedenen Größen und Austattungsvarianten. Ich hatte das Glück, dass es von der von mir bestellten Sorte gerade keins vorrätig war ich so ein größeres bekommen habe. Das war wirklich gut, so konnte ich drin stehen und hatte auch eine vernünftige Miniküche mit Gasherd, Kühlschrank und Mikrowelle. Geschirr, Schlafsäcke, Kissen usw. gehört auch zur Grundausstattung.

Mein Apollo Hitop Campingvan.

Mein Apollo Hitop Campingvan.

Nur die Mietbedingungen von Apollo bzw. Hippie Camper sind etwas obskur. Zum eigentlichen Mietpreis kommt noch die Kaution, die in nicht unerheblicher Höhe von bis zu 2500$ auch erst mal von der Kreditkarte eingezogen wird – nicht ohne noch 2% Kreditkartengebühr, die natürlich nicht erstattet wird, aufzuschlagen. Durch diese Gebühren war es schon fast genauso teuer, die Kaution durch zusätzliche Zahlung auf 100$ zu reduzieren, was ich dann auch gemacht habe. Als nächste Überraschung wird einem eine weitere Versicherung angeboten, die auch Reifenschäden und Schäden an der Scheibe abdeckt, denn das ist natürlich nicht mit versichert. Darauf habe ich aber verzichtet … Zu guter Letzt soll man dann auch noch 25$ für das Auffüllen der Gasflasche bezahlen. Man kann sie auch selber auffüllen, aber es gibt kaum noch Tankstellen wo man das machen kann. Hier war dann der Zeitpunkt gekommen, meine leichte Verärgerung über diese ständigen Zusatzkosten auszudrücken. Der Lady am Schreibtisch war das auch selber sichtlich unangenehm und schließlich hat sie einfach auf die 25$ verzichtet, netter Zug.
Mit der manuellen Schaltung mit der linken Hand bin ich viel besser klar gekommen als zunächst befürchtet, hatte damit keine Probleme. Die Anordnung der Gänge ist exakt wie bei uns, also der erste Gang vorn links usw.
Mini-Küche mit Kühlschrank, Waschbecken, Mikrowelle und Gasherd. Geschirr und Besteck ist alles in den Schubkästen und Fächern verstaut.

Mini-Küche mit Kühlschrank, Waschbecken, Mikrowelle und Gasherd. Geschirr und Besteck ist alles in den Schubkästen und Fächern verstaut.

Tisch und Sitzbänke können nachts in eine Liegefläche über die gesamte Breite des Fahrzeugs umgebaut werden. Unter den Bänken befindet sich noch zusätzlicher Stauraum.

Tisch und Sitzbänke können nachts in eine Liegefläche über die gesamte Breite des Fahrzeugs umgebaut werden. Unter  den Bänken befindet sich noch zusätzlicher Stauraum.

 

Übersicht

Hier erstmal ein kurzer Überblick über die Stationen meiner Rundreise. Von Melbourne ging es zunächst nach Südosten zum Wilsons Promontory National Park (blau), danach nach Philip Island (orange). Anschließend habe ich mir die Great Ocean Road (rot) angeschaut und noch drei Tage in den Grampians (gelb), einem Gebirge im Landesinneren verbracht.


 

Wilsons Promontory National Park

Mein erstes Ziel nach Melbourne war Wilsons Promontory National Park, eine relativ unberührte Halbinsel etwa 2 Stunden südöstlich von Melbourne und gleichzeitig der südlichste Punkt des Australischen Festlands. Die Halbinsel ragt in die Bass Street hinein, die Australien von Tasmanien trennt.
Es gibt nur eine Zufahrtsstraße, die nach 30 km auf einem großen Zeltplatz (Tidal River) gleich an der Küste endet. Und diese Küste kann sich wirklich sehen lassen, weite Strände mit feinstem Sand in jeder Bucht. Leider schon zu kühl zum Baden, nur einige Surfer mit dicken Neopren-Anzügen wagten sich ins Wasser.

Abendliches Strandpanorama.

Abendliches Strandpanorama.

Im Nationalpark kann man wunderbar wandern gehen, einige Touren führen volle fünf Tage durch die Wildnis. Ich habe mich mit einer schönen Tageswanderung begnügt und – da ja Ostern war – auch einige Geocaches gesucht und gefunden.

Grüner Urwald bis zum Horizont. Hier kann man 5 Tage nur mit Zelt und Rucksack unterwegs sein und dabei die gesamte Halbinsel umrunden und durchqueren.

Grüner Urwald bis zum Horizont. Hier kann man 5 Tage nur mit Zelt und Rucksack unterwegs sein und dabei die gesamte Halbinsel umrunden und durchqueren.

Beeindruckende Strände entlang der gesamten Küstenlinie.

Beeindruckende Strände entlang der gesamten Küstenlinie.

Am nächsten Tag (Ostersonntag) habe ich morgens noch einige Geocaches in der Umgebung mitgenommen, bevor ich dann in Richtung Philip Island, der nächsten Station meiner Reise aufgebrochen bin.

Der Nationalpark ist beheimatet natürlich auch verschiedenste  Tiere, hier ein gefiedertes Exemplar unbekannter Art.  Es gab die gleichen auch noch in grün :)

Der Nationalpark ist beheimatet natürlich auch verschiedenste Tiere, hier ein gefiedertes Exemplar unbekannter Art. Es gab die gleichen auch noch in grün :)

Ein Wallaby beim Frühstück. Es hat sich beim Grasen nicht weiter stören lassen.

Ein Wallaby beim Frühstück. Es hat sich beim Grasen nicht weiter stören lassen.

 

Phillip Island

Nach den ersten Tagen in Melbourne und Wilsons Promontory war die nächste Station meiner Osterferien Phillip Island. Diese Insel, südlich von Melbourne gelegen, ist berühmt für ihre abendliche Pinguinparade. Ein ziemlich einzigartiges Schauspiel, dass es in dieser Form wohl nicht oft auf der Welt geben dürfte.
Auf der Insel befindet sich die letzte verbliebende Kolonie von Zwergpinguinen in Australien. Die Pinguine verbringen lange Zeit im Meer auf der Jagd nach Fischen und kehren danach zurück an Land zu ihren Nestern. Aus Angst vor Raubvögeln trauen sie sich allerdings erst in der Dunkelheit an den Strand. Jeden Abend warten die Pinguine daher im flachen Wasser vor dem Strand auf die Dämmerung und strömen dann in Grüppchen von mehreren Dutzend Tieren an Land. Insgesamt pro Abend mehrere Hundert, bis zu 2000 Tiere. Das Besondere ist nun, dass man die Pinguine von eigens gebauten Laufstegen und Tribünen aus beobachten kann. Ich habe mir die geführte Tour mit einem Ranger in einer kleinen Gruppe von 10 Leuten gegönnt, so kamen wir noch näher an die putzigen Tieren heran, als mit dem Standard-Ticket. Die Beleuchtung ist so angepasst, dass die Pinguine das Licht nicht wahrnehmen können und sich so überhaupt nicht von den Menschen stören lassen. Leider (allerdings sehr verständlich) ist Photographieren und Filmen streng verboten, um die Pinguine nicht mit Blitzlicht zu blenden. Daher gibt es nur ein Bild von Plüschpinguinen :)
Die echten Pinguine durften nicht abgelichtet werden, daher hier die Plüschvariante.

Die echten Pinguine durften nicht abgelichtet werden, daher
hier die Plüschvariante.

Die Steilküste der Insel beherbergt neben den Pinguinen auch noch einige Seevögel und Seehunde. Weiterhin waren die gewaltigen Wellen die an die Küste brandeten sehr beeindruckend.

Am nächsten Tag habe ich noch einen kurzen Abstecher im Schokoladenmuseum gemacht, bevor es mit der Fähre quer über die Bucht von Melbourne in Richtung Great Ocean Road ging.
Eine Modelleisenbahn ganz aus Schokolade.

Eine Modelleisenbahn ganz aus Schokolade.

Eine Tonne Schokolade.

Eine Tonne Schokolade.

Great Ocean Road

Die Great Ocean Road ist eine Küstenstraße, die sich im Süden Victorias an der beeindruckenden Steilküste entlang schlängelt. Zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Strecke laden zum Anhalten und Staunen ein. Die Klippen, das türkisblaue Meer und die grünen Hügel im Hinterland bilden oftmals ein sehr fotogenes Ensemble, so dass es definitiv nicht langweilig wird. Natürlich sollte man sich entsprechend Zeit lassen, auch wenn man die Strecke an sich in einem Tag bewältigen könnte. Besonders morgens oder in der Abendsonne, wenn die Küste regelrecht leuchtet, sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit aber doch erheblich. Ich habe mir zweieinhalb Tage Zeit genommen, um auch einige Abstecher am Rande der Strecke mitzunehmen.

 

Bells Beach, hier werden jedes Jahr die besten Surfer gekürt.

Bells Beach, hier werden jedes Jahr die besten Surfer gekürt.

Abendliche Küste am Split Point Leuchtturm.

Abendliche Küste am Split Point Leuchtturm.

Himmel, Strand und Meer.

Himmel, Strand und Meer.

An der Great Ocean Road.

An der Great Ocean Road.

Die Great Ocean Road macht an einigen Stellen einen Schlenker ins Hinterland, das größtenteils als Weide für Rinder und Schafe genutzt wird. Mit etwas Glück kann man in den Bäumen entlang der Straßen Koalas entdecken, die in aller Ruhe die Blätter in sich hineinstopfen.

Nicht immer am Ozean entlang: Great Ocean Road im Hinterland.

Nicht immer am Ozean entlang: Great Ocean Road im Hinterland.


 

Von Zeit zu Zeit kann man auch auf eigens angelegten Treppen und Stufen die Steilküste hinunter zum Strand klettern. Besonders schön ist das an den Gibson Steps. Der Strand ist beeindruckend schön, man hat das senkrecht abfallende Kliff im Rücken und vor sich zwei Felstürme an denen beständig die Wellen nagen.

Panorama kurz vor den Gibson Steps, die hinunter an den Strand führen.

Panorama kurz vor den Gibson Steps, die hinunter an den Strand führen.

Interessante Felsformationen am Strand unterhalb der Gibson Steps.

Interessante Felsformationen am Strand unterhalb der Gibson Steps.

Wie lange die beiden Türme wohl noch stehen werden? Die Wellen setzen ihnen jedenfalls kräftig zu.

Wie lange die beiden Türme wohl noch stehen werden? Die Wellen setzen ihnen jedenfalls kräftig zu.

Panorama im abgelegenen Teil des Strandes, nach einer kurzen Kraxelei über die Felsen links.

Panorama im abgelegenen Teil des Strandes, nach einer kurzen Kraxelei über die Felsen links.

Die berühmten Twelve Apostel. Es sind zwar nur noch neun oder acht Felstürme übrig, aber das macht es nicht weniger beeindruckend.

Die berühmten Twelve Apostel. Es sind zwar nur noch neun oder acht Felstürme übrig, aber das macht es nicht weniger beeindruckend.

Die "Grotto" mit Meerblick.

Die „Grotto“ mit Meerblick.

London Bridge. Als die Verbindung zum Festland in den neunziger Jahren einstürzte, fanden sich zwei verdutzte Touristen plötzlich auf der neu entstandenen Insel wider und mussten mit einem Hubschrauber gerettet werden.

London Bridge. Als die Verbindung zum Festland in den neunziger Jahren einstürzte, fanden sich zwei verdutzte Touristen plötzlich auf der neu entstandenen Insel wider und mussten mit einem Hubschrauber gerettet werden.

Einsame Straßen am Cape Bridgewater, dem Ende der Great Ocean Road.

Einsame Straßen am Cape Bridgewater, dem Ende der Great Ocean Road.

Grampians National Park

Die letzte Etappe meiner Reise führte mich schließlich vom Ende der Great Ocean Road am Cape Bridgewater nach Norden, in den Grampians National Park. Hier hatte ich mir zwei Tageswanderungen ausgesucht. Leider musste ich aber feststellen, dass im Januar ein großes Feuer im Nationalpark gewütet hat und dabei die Hälfte des Parks komplett vernichtet hat – natürlich genau die Gegend, in der meine Wanderungen lagen. So war dann spontanes Umplanen mit Hilfe der Lady in der Touristeninformation angesagt. Sie hat mir eine auf A3-Format kopierte Karte in die Hand gedrückt und mich in den südlichen Parkteil gelotst. Der Weg dahin war allerdings sehr abenteuerlich und führte zwei Stunden lang über allerlei unbefestigte Pisten, die mein Campingvan zum Glück unbeschadet überstand.
Hier war die Piste noch glatt und gut befahrbar, später wurde es deutlich holpriger, dann kamen noch lästige Querrillen dazu und schließlich erschwerten sandgefüllte Senken das Vorwärtskommen.

Hier war die Piste noch glatt und gut befahrbar, später wurde es deutlich holpriger, dann kamen noch lästige Querrillen dazu und schließlich erschwerten sandgefüllte Senken das Vorwärtskommen.

Links und rechts der Piste war gut zu sehen, wie sich die Natur nach einem Feuer wieder erholt. Dieser Teil der Grampians war wohl vor einigen Jahren das letzte Mal abgebrannt, aber mittlerweile sprießt wieder viel Grün aus den verkohlten Stämmen.

Hier haben die Bäume das Feuer offenbar überstanden und können sich wieder erholen.

Hier haben die Bäume das Feuer offenbar überstanden und
können sich wieder erholen.

Frisches Grün an verkohlten Stämmen.

Frisches Grün an verkohlten Stämmen.

An einigen Stellen scheint das Feuer aber so sehr gewütet zu haben, dass die Vegetation endgültig zerstört ist und nicht wieder nachwächst. Wie mir später ein Parkranger erklärte, ist das abhängig von der Temperatur des Feuers (logisch) und ob nur die äußeren Schichten der Bäume verkohlen oder auch die inneren, lebenswichtigen Teile.

Trostlose Flächen mit restlos verbrannter Vegetation.

Trostlose Flächen mit restlos verbrannter Vegetation.

Irgendwann war ich dann schließlich am Ziel und begann mit dem Aufstieg durch die schroffe Sandsteinlandschaft. Der Pfad führte zunächst durch den nachwachsenden Wald und dann beständig bergan hinauf auf einen „Festung“ genannten Berg, von dem sich weite Ausblicke über die Grampians boten. Irgendwie wirkte die Landschaft sehr urzeitlich auf mich, auf jeden Fall war weit und breit keine Zivilisation zu sehen.

Die schroffe und irgendwie urzeitliche Landschaft der Grampians.

Die schroffe und irgendwie urzeitliche Landschaft der Grampians.

In den Grampians.

In den Grampians.

Einige andere Wanderer waren ebenfalls unterwegs, die meisten wollten die Nacht an einem der ausgewiesenen Zeltplätze in der Wildnis verbringen. So toll waren die aber nicht gelegen, mitten im Dickicht, ohne Aussicht und auch ohne Wasser. So war ich doch froh, dass ich mich nach ausgiebiger Rast am Gipfel wieder auf den Rückweg zum Auto machen konnte und dann – diesmal über etwas bessere Pisten – in Richtung Campingplatz fahren konnte.
Während der Fahrt setzte die schließlich Dämmerung ein und plötzlich wimmelte es nur so vor Kängurus in verschiedenen Varianten. Die Beuteltiere kommen bei Einbruch der Dunkelheit aus dem Wald und grasen dann auf den offenen Wiesen. Wenn sie sich durch die vorbeifahrenden Autos gestört fühlen, flüchten sie zurück in den Wald. Diese Strategie ist allerdings eher ungünstig, wenn sie dazu quer über die Straße gehüpft kommen. Zahlreiche überfahrene Tiere im Straßengraben zeugen von den unerfreulichen Zusammenstößen mit den Fahrzeugen der vorbeifahrenden Menschen.
Am nächsten Tag war das Wetter ziemlich trübe, daher gab es nur eine kurze Wanderung zu einem nahegelegnen Aussichtspunkt.
Aussichtspunkt über Halls Gap. Unten im Tal liegt die vollständig auf die Touristen eingestellte Siedlung mit Campingplätzen, Restaurants und einem Supermarkt.

Aussichtspunkt über Halls Gap. Unten im Tal liegt die vollständig auf die Touristen eingestellte Siedlung mit Campingplätzen, Restaurants und einem Supermarkt.

Damit war mein Kurzurlaub in Victoria auch schon vorbei. Am nächsten Tag ging es nur noch zurück nach Melbourne und schließlich mit dem Flieger wieder nach Brisbane. Es waren zehn tolle und abwechslungsreiche Tage im südlichsten Teil Australiens, zwischen Meer und Bergen, Strand und Urwald.

sieben – Getting Around

Da ich hier in Brisbane kein eigenes Auto habe, nutze ich die öffentlichen Verkehrsmittel viel häufiger als zu Hause.
Das öffentliche Verkehrsnetz in der Stadt ist sehr gut ausgebaut und lässt sich bequem nutzen. Das am häufigsten genutzte Transportmittel sind natürlich die Busse. Eine Unmenge von Linien fahren kreuz und quer durch die Stadt, zu den Hauptverkehrszeiten etwa alle 10 Minuten. Ich habe auch gleich eine Haltestelle vor der Haustür. Die Buslinie fährt direkt durch die Innenstadt bis in den Stadtteil West End, in dem zahlreiche Pubs, Kneipen usw. sind. Die Busse fahren abends bis etwa 23:30 Uhr, danach gibt es noch stündlich einen Nachtbus, der auch zwischen West End, Innenstadt und Fortitude Valley pendelt und dabei meinen Stadtteil New Farm berührt.
Das besondere an Brisbane ist natürlich der Fluss, der sich in großen Schleifen durch die Stadt schlängelt. Quasi als Ersatz für die nicht vorhandene U-Bahn fahren auf dem Brisbane River verschiedene Fähren. Die schnellen CityCat-Katamarane sind dabei die beliebtesten. Auch ich fahre meist mit einem dieser Boote zur Uni und wieder zurück. Daneben gibt es noch die langsameren CityHopper und einige Fähren (CityFerry) mit denen man auf die andere Seite gelangen kann. Unten auf der Karte kann man die Anlegestellen des CityCats sehen, ich fahre von Sydney Street (rechts) bis QUT Gardens Point (Mitte).
Der Brisbane River schlängelt sich durch die Stadt und ist dadurch eine wichtige Verkehrsader. Die nummerierten Kreise markieren die Anlegestellen. Blau ist die Fahrtroute der schnellen CityCat-Katamarane, rot ist der langsamere CityHopper.

Der Brisbane River schlängelt sich durch die Stadt und ist dadurch eine wichtige Verkehrsader. Die nummerierten Kreise markieren die Anlegestellen. Blau ist die Fahrtroute der schnellen CityCat-Katamarane, rot ist der langsamere CityHopper.

Eine der schnellen CityCat-Katamarane beim Anlegemanöver.

Eine der schnellen CityCat-Katamarane beim Anlegemanöver.

Eine weitere Besonderheit ist das CityCycle genannte System von Leihfahrrädern. In den inneren Bezirken der Stadt gibt es gefühlt an jeder zweiten Straßenkreuzung eine Station mit etwa 20 Rädern. An einem Terminal kann man sich anmelden und sich danach eines der Räder entriegeln und losradeln. Helme sind meist auch schon dabei. Am Ziel stellt man das Rad einfach in einen der freien Ständer, der daraufhin das Fahrrad wieder verriegelt. Das funktioniert wirklich gut, auch wenn die Räder natürlich übertrieben robust und schwer gebaut sind. Die Bremsen sind vergleichsweise schwach, aber mit den drei Gängen kann man auch nicht wirklich schnell fahren. Nur die überraschend vielen Hügel in der Stadt sind auf den Rädern ziemlich unangenehm (sowohl bergauf wegen des Gewichts als auch bergab wegen der Bremsen).

Solche Fahrradstationen gibt es überall im Stadtgebiet verstreut. Mit der Mitgliedskarte bzw. der GoCard kann man sich einfach ein Rad ausleihen und an einer anderen Station wieder abstellen. Die erste halbe Stunde ist dabei kostenlos.

Solche Fahrradstationen gibt es überall im Stadtgebiet verstreut. Mit der Mitgliedskarte bzw. der GoCard kann man sich einfach ein Rad ausleihen und an einer anderen Station wieder abstellen. Die erste halbe Stunde ist dabei kostenlos.

Ein weiteres Feature des Verkehrssystems hier ist allerdings die GoCard, mit der man einfach und total bequem bargeldlos alle Busse, Züge, Boote und die Fahrräder nutzen kann. Man hält die Karte einfach beim Ein- und Aussteigen an eines der Lesegeräte und schon wird der entsprechende Betrag abgebucht. Mittels Bankverbindung wird automatisch nachgeladen, wenn das Budget verbraucht ist. Das funktioniert bisher reibungslos und scheint wirklich gut durchdacht.

Bequemer Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Leihwagen per Chipkarte: Die GoCard für bargeldloses Benutzen von Bus, Bahn, Boot und Rad sowie die goget-Mitgliedskarte fürs Carsharing.

Bequemer Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Leihwagen per Chipkarte: Die GoCard für bargeldloses Benutzen von Bus, Bahn, Boot und Rad sowie die goget-Mitgliedskarte fürs Carsharing.

Zu guter Letzt gibt es ja doch ab und an mal die Situation, dass ich ein Auto brauche, zum Beispiel am Wochenende für Ausflüge. Dafür gibt es das goget carsharing. Auch hier meldet man sich online an und reserviert sich ein Auto über die Webseite für den gewünschten Zeitraum. Anders als beim klassischen Mietwagen muss man jetzt nicht in die Filiale gehen und irgendwelchen Papierkram ausfüllen. Standessen stehen die Autos in ganz normalen Parkhäusern im Zentrum auf festen Plätzen. Ein Lesegerät hinter der Windschutzscheibe öffnet das Auto, wenn man seine Mitgliedskarte davor hält und den Wagen natürlich vorher online reserviert hat. Im Preis sind auch 150 km inbegriffen und auch für das Benzin gibt es eine Tankkarte, so dass man keine weiteren Kosten hat. 80$ für einen ganzen Tag ist ein fairer Preis. Dafür gibt’s einen Toyota Yards, nix tolles, aber für Tagesausflüge absolut ok.

Faith the Yaris an seinem Parkplatz unter der Queen Street Mall.

Faith the Yaris an seinem Parkplatz unter der Queen Street Mall.

sechs – Credit Check

So, nach einiger Zeit gibt es heute zur Feier des Tages einen neuen Eintrag im Blog. Grund für die lange Funkstille ist im Wesentlichen, dass ich in meinem Apartment leider noch immer kein Internet habe. Die Wartezeiten sind wirklich enorm, aber heute gab es einen Lichtblick:

We know you hate waiting, but you’ll be ‚googling‘ your eyes out soon! Your Naked DSL should be ready to use within 48 hours after 2014-04-15.

Es dauert also nur noch eine Woche. Man beachte auch wieder das unverbindliche „should“ :) Der ganze Vorgang erinnert mich doch irgendwie an die Verhältnisse bei uns vor mindestens 10 Jahren. Ähnlich wie bei uns gibt es einen großen Konzern, dem die Infrastruktur gehört (Telstra, quasi die australische Telekom) und alle anderen Anbieter sind denen ausgeliefert und auf die Kooperation angewiesen. Daher ergeben sich diese ewigen Wartezeiten, bis mal ein Anschluss aktiviert wird. Bis dahin surfe ich also übers Handy. Das erste Datenkontingent ist natürlich schon verbraucht, aber man kann zum Glück nachladen: 1,25 GB für 20$.

Die australische Sim-Karte zu bekommen war aber auch alles andere als einfach zu bekommen. Erst dachte ich ja an prepaid, aber das Guthaben verfällt bereits nach 30 Tagen (ist das bei uns auch so? kann ich mir fast nicht vorstellen) und das Datenkontingent wird in vollen MB gezählt, wobei bei jeder Session aufs nächste volle MB gerundet wird. Eimal Mails checken sind dann also gleich 1 MB. Das reicht dann nicht wirklich weit. Also wollte ich einen normalen Vertrag ohne Telefon. Der erste Versuch ist aber kläglich gescheitert, weil der „background credit check“ negativ verlief. Ich war wohl nicht vertrauenswürdig genug, obwohl ich den Mitarbeitern in der Filiale meinen Pass, das Visum, Arbeitsvertrag, Gehaltsbescheinigung, Bank-Nachweis etc. in die Hand gedrückt habe. Der zweite Versuch war auch nicht von Erfolg gekrönt. Erst im dritten Anlauf hat es dann bei Vodafone geklappt. Ich habe jetzt also eine australische Nummer, die deutsche ist also nicht mehr erreichbar.

Kein Blogpost ohne Bild! Heute gibt es sogar ein Video, aufgenommen mit der GoPro aus meinem Wohnzimmerfenster in Richtung Story Bridge.


fünf – Wohnungssuche

Nach gut einer Woche hier in Brisbane habe ich nun heute meinen Mietvertrag für ein eigenes Apartment unterschrieben und die Schlüssel bekommen. Die Wohnungssuche war doch recht anstrengend, immerhin habe ich mir jeden Tag einige Apartments in verschiedenen Teilen der Stadt angeschaut, bevor ich hier im Stadtteil New Farm fündig geworden bin. Da es für ein Jahr nicht lohnt, neue Möbel zu kaufen (und dann am Ende wieder zu verkaufen), habe ich mich bei der Suche gleich auf möblierte Wohnungen konzentriert. Das war aber nicht so einfach wie gedacht, denn neben den Preisen, die einem erstmal die Sprache verschlagen (unter 450 Dollar pro Woche (!) braucht man sich im 10 km Umkreis um das Stadtzentrum nichts ansehen …) gab es doch immer irgendwas, was nicht gepasst hat. Mal waren die Möbel schon total abgewohnt, mal schaute man aus dem Fenster direkt in die stinkenden Mülltonnen eines benachbarten Handwerksbetriebes, oder die riesigen Lüfter der Klimaanlage des Nachbarhauses waren direkt unter dem Balkon. Kurz gesagt, trotz horrender Preise von bis zu 550 Dollar pro Woche (teurer habe ich mir auch nicht mehr angesehen) waren schon einige Buden dabei.
Mein neues Zuhause ist nun in der Moray Street in New Farm etwas weiter vom Zentrum entfernt (15 Minuten zu Fuß) aber noch erträglich. Ich kann morgens entweder mit dem Fahrrad direkt am Fluss entlang zur Uni fahren, oder mit der CityCat-Fähre. Wie ich heute gemerkt habe, gibt es an Bord sogar Wifi (Eduroam). Eine weitere Alternative ist noch der Bus, der 50 Meter neben dem Haus abfährt. Da muss ich aber erst noch rausfinden, wohin der eigentlich fährt. Supermarkt usw. sind auch in der Nähe vorhanden, ebenso zahlreiche Cafes. Sonst ist die Gegend aber total ruhig. Ich werde demnächst mal noch mehr Fotos aus der Umgebung posten, hier aber erst mal einige Eindrücke meiner neuen Wohnung :)

 

Mein Wohnzimmer mit abtrennbarem Schlafzimmer. Die Küche ist direkt hinter der Kamera und ebenfalls gut ausgestattet.

Mein Wohnzimmer mit abtrennbarem Schlafzimmer. Die Küche ist direkt hinter der Kamera und ebenfalls gut ausgestattet.

 

Weg von der Straße zum Wohnhaus. Ich habe das Apartment im ersten Stock. Hinter dem Haus ist gleich das Steilufer runter zum Fluss und dahinter die City.

Weg von der Straße zum Wohnhaus. Ich habe das Apartment
im ersten Stock. Hinter dem Haus ist gleich das Steilufer runter
zum Fluss und dahinter die City.

Der obligatorische Pool mit Liegestühlen. Fehlt nur ein Sonnenschirm, denn so kann man da nicht lange liegen.

Der obligatorische Pool mit Liegestühlen. Fehlt nur ein
Sonnenschirm, denn so kann man da nicht lange liegen.

Küche mit Geschirrspüler, Kühlschrank, Mikrowelle, Herd und Geschirr.

Küche mit Geschirrspüler, Kühlschrank, Mikrowelle, Herd und Geschirr.

 

Das tolle ist, dass neben den Möbeln auch schon Geschirr sowie Töpfe und Pfanne vorhanden sind. Das einzige, was ich noch brauche ist Bettwäsche und Handtücher. Beides konnte ich heute im Target (einer großen Kaufhauskette im Zentrum) zum halben Preis kaufen, weil gerade eine Rabattaktion läuft. Das hat ja super geklappt.
Jetzt geht es noch daran, Internet und Strom abzuschließen. Wie erwartet, ist gerade Internet im Vergleich zu Deutschland um einiges teuer, wird wohl mindestens um die 80$ pro Monat kosten. Und dann hat man keine echte Flatrate sondern auch noch ein Download-Limit dabei.

vier – QUT

Nun sind die ersten Tage hier in Brisbane schon vorbei und so langsam habe ich mich schon etwas eingelebt. Der Jetlag ist überwunden, ein Konto ist eröffnet (dank einer super hilfreichen und enorm netten Bankangestellten vom Typ nette Omi war das total entspannt) und auch die ersten bürokratischen Hürden an der Uni (Zutrittskarten, Mail, Vertrag) sind genommen. Allerdings ging es dort erst etwas unorganisiert zu, nach meinen Schwierigkeiten mit dem Visum hatte wohl niemand damit gerechnet, dass ich nun wirklich schon am Montag da aufkreuze. Dementsprechend gibt es noch keinen Rechner oder festen Arbeitsplatz. Auch in welchem Projekt ich nun eigentlich genau mitarbeiten soll, war irgendwie plötzlich nicht ganz klar. Na, das wird sich schon noch finden :) Der Campus der Uni ist jedenfalls total eindrucksvoll. Eine Menge Gebäude, alt und neu und viel grün. Überall kann man lässig draußen rumsitzen und aus Dutzenden kleinen Imbissen im Food Court bzw. auf dem ganzen Campus wählen. Es gibt also keine zentrale Mensa, sondern einfach alles von Subway, Burger, Chinese, Mexikaner, Kebab, Salatbar, Smoothies …
Dass es an der Uni jetzt erst mal langsam anläuft ist natürlich auch nicht verkehrt, so konnte ich diese Woche ohne schlechtes Gewissen eine Menge Appartements besichtigen. Da ich aber ein bisschen anspruchsvoll bin (möbliert, tolle Aussicht, in Campusnähe und noch vertretbarer Preis), ist dass das Angebot doch etwas eingeschränkt. Hauptproblem ist entweder der hohe Preis (unter 470$ pro Woche braucht an sowieso nicht anfangen) oder die schon ziemlich abgewohnten Möbel, die stören. Am Wochenende habe ich noch einige Besichtigungstermine, aber dann muss ich mich doch langsam entscheiden und irgendwo einen Kompromiss eingehen.
Hier aber zunächst noch einige Impressionen vom Campus und der Stadt.
Blick von South Bank über den Fluss in Richtung Zentrum (Central Business District – CBD).

Blick von South Bank über den Fluss in Richtung Zentrum (Central Business District – CBD).

Im botanischen Garten gleich neben der Uni.

Im botanischen Garten gleich neben der Uni.

Auf dem Campus steht das erste Regierungsgebäude von Queensland.

Auf dem Campus steht das erste Regierungsgebäude von Queensland.

Queensland University of Technology.

Queensland University of Technology.

Zurück ins Hotel mit der Katamaran-Fähre City Cat.

Zurück ins Hotel mit der Katamaran-Fähre City Cat.

drei – Perspektive

Vor dem Aufbruch in ein fremdes Land ist es doch immer gut, sich erstmal einen – auch geographischen – Überblick zu verschaffen. Australien ist nun nicht einfach nur ein Land, sondern gleichzeitig auch ein ganzer Kontinent. Entsprechend beeindruckend sind folgende Bilder, die Deutschland einmal in Relation zur australischen Landmasse setzen.

Deutschland in Australien

Deutschland in Australien

Ich finde diesen bildlichen Größenvergleich um einiges anschaulicher als die nackten Zahlen, die aber der Vollständigkeit halber hier trotzdem noch genannt seien: Laut Wikipedia hat Australien 23 Mio Einwohner auf einer Fläche von knapp 7,7 Mio km². In Deutschland leben etwa 80,5 Mio Menschen auf gut 357.000 km². Das sind also 3,5 mal mehr Menschen auf lediglich 4,6% der Fläche.
Von Brisbane bis Sydney sind es auf der Straße immerhin 920 km. Melbourne im Süden und Cairns im Norden sind mit 1700 km etwa gleich weit entfernt. Schnelle Wochenendausflüge dorthin werden also eher die Ausnahme bleiben :)

Deutschland in Australien

Deutschland in Australien

Ebenso interessant ist ein Vergleich der geographischen Lage. Chemnitz liegt auf etwa 50,8° nördlicher Breite. Auf dem gleichen Breitengrad der Südhalbkugel befindet sich kaum noch Land, abgesehen von der äußersten Südspitze Patagoniens.

Breitengrad von Chemnitz auf der Südhalbkugel.

Breitengrad von Chemnitz auf der Südhalbkugel.

Brisbanes Lage von 27,4° Süd hingegen würde auf der Nordhalbkugel wahlweise einer Position in der Sahara, Nordindien oder Florida entsprechen.

Breitengrad Brisbanes auf der Nordhalbkugel.

Breitengrad Brisbanes auf der Nordhalbkugel.

Die Bilder in diesem Eintrag habe ich übrigens mit Hilfe der Seite mapfrappe.com erstellt. Diese bietet die Möglichkeit, die Umrisse von Ländern beliebig über die Weltkarte zu legen. Das Besondere dabei ist, dass die Verzerrungen, die durch die Projektion der gekrümmten Erdoberfläche auf die ebene Karte entstehen, korrigiert werden. Durch diese Verzerrungen erscheinen Gebiete in der Nähe der Pole deutlich größer, als sie „in Wirklichkeit“ sind. Besonders deutlich wird das an der Fläche Grönlands und der skandinavischen Länder. Die Seite betreibt auch ein Blog, auf dem es anschauliche Beisiele für diesen Verzerrungeffekt gibt.

Europa in Australien.

Europa in Australien.

Die beschriebene Verzerrung bzw. deren Umkehrung wird im Bild oben sichtbar: Die Form Spaniens und Skandinaviens weicht doch schon deutlich wahrnehmbar von den gewohnten Proportionen ab. Grund ist, dass der Norden Skandinaviens auf den uns vertrauten Karten schon deutlich vergrößert abgebildet wird, während Spanien eher gestaucht wird. Bei der Projektion auf die geographische Breite Australiens wird dieser Effekt ausgeglichen. Resultat ist ein etwas ungewohntes Abbild unseres Kontinents.

Weitere interessante Größenvergleiche: Queensland (der Bundesstaat dessen Hauptstadt Brisbane ist) würde sich in Europa von Dänemark bis zur Südspitze Italiens erstrecken. Wenn Melbourne an der Position Oslos liegen würde, befände sich Brisbane fast genau am Nordkapp.

Queensland in Europa.

Queensland in Europa.

Norwegen in Australien.

Norwegen in Australien.

zwei – Ankommen

Nach über 32 Stunden bin ich nun endlich angekommen in meiner neuen Heimat für das nächste Jahr. Einreise, Zoll usw. ging alles problemlos, nur die Flüge selbst waren doch ziemlich anstrengend. Diesmal konnte ich keinen Schlaf finden und habe mir die Zeit mit allerlei Filmen vertrieben. Das Angebot bei Cathay Pacific war doch ganz brauchbar. So habe ich jetzt den Hobbit 1 & 2 und  den kürzlich oskarprämierten „12 Years a Slave“ geschaut, Tom Hanks als von somalischen Piraten entführten „Captain Phillips“ zugesehen, sowie einen schweigsamen (das einzige gesprochene Wort im ganzen Film war „Fuck!“) Robert Redford in „All is Lost“.

Hier zwei Bildschirmfotos (wirklich) von den langen Flügen von Frankfurt nach Hongkong und weiter nach Brisbane. Die Route über Abu Dhabi ist aber irgendwie besser, weil kürzer, denke ich. Besonders die 5 Stunden Aufenthalt in Hongkong waren doch ziemlich nervig, auch wenn ich es irgendwie geschafft habe, etwa zwei Stunden auf den unbequemen Sitzen im Wartebereich zu schlafen.

Erste Etappe: Frankfurt - Hongkong.

Erste Etappe: Frankfurt – Hongkong.

Zweite Etappe: Hongkong - Brisbane

Zweite Etappe: Hongkong – Brisbane

Jetzt wohne ich erst mal für die nächsten Tage im Meriton Apartment-Hotel im Stadtzentrum. Viel Zeit, irgendwas zu unternehmen hatte ich heute nicht, denn nach der nächtlichen Ankunft im Hotel gegen 2 Uhr und anschließend gut 12 Stunden Schlaf war der Tag schon fast wieder vorbei. Es hat aber noch zum Einkaufen gereicht, hier ist gleich ein Woolworths-Supermarkt in der Nähe, der auch Sonntags bis 18 Uhr geöffnet hat.

Morgen ist der erste Tag an der Uni, vorher will ich noch ein Bankkonto eröffnen und am Nachmittag besichtige ich schon die erste Wohnung. Es geht also gleich richtig los :)

 Mein Hotelzimmer ist im 34. Stock, die Aussicht ist also ganz nett, auch wenn heute das Wetter etwas trübe war. Im Norden Queenslands brauen sich zwei Stürme zusammen, die Ausläufer scheinen bis nach Brisbane zu reichen.

Mein Hotelzimmer ist im 34. Stock, die Aussicht ist also ganz nett, auch wenn heute das Wetter etwas trübe war. Im Norden Queenslands brauen sich zwei Stürme zusammen, die Ausläufer scheinen bis nach Brisbane zu reichen.

 

 Nächtlicher Blick aus dem Fenster im 34. Stock.  Blau beleuchtet die Story Bridge über den Brisbane River.

Nächtlicher Blick aus dem Fenster im 34. Stock. Blau beleuchtet die Story Bridge über den Brisbane River.

Schöne Wohnküche im Meriton-Hotel.

eins – Aufbruch

ZU BEGINN einer jeden Flugreise gibt es diesen kurzen Moment in dem das Flugzeug die Nase anhebt, sich von der Startbahn löst und schließlich beginnt, immer schneller in den Himmel zu steigen. Die plötzliche Beschleunigung nach oben ist jedes Mal als Kribbeln im Bauch fühlbar – ein wenig wie in der Achterbahn. Für mich ist dieses bekannte, nur zwei oder drei Sekunden dauernde Gefühl jedes Mal mit dem entspannten Wissen verbunden, dass die Reise jetzt wirklich beginnt. All die Hektik, der Trubel und das lange Warten am Flughafen, beim Einchecken, vor Sicherheitskontrollen, vor dem Boarding – das alles hat ein Ende und ich bin endlich auf dem Weg. So ist es auch diesmal, als unsere Boeing 777 in den klaren Himmel über Frankfurt steigt.

Nur etwas ist anders als sonst. Ich habe kein Rückflugticket dabei.
Ein Jahr in Australien liegt vor mir, ein Jahr an der Queensland University of Technology, ein Jahr in Brisbane, der Metropole an Queenslands Ostküste.

In diesem Blog möchte ich im kommenden Jahr meine Erlebnisse, Eindrücke und Abenteuer –  aber auch die eine oder andere Belanglosigkeit des Lebens in Australien – festhalten, kommentieren und illustrieren. Ich hoffe, ich halte es durch, hier regelmäßig etwas zu posten. Sonst erinnert mich bitte daran :)