acht – Ostern

Ostern wird natürlich auch hier in Australien gefeiert und auch der Karfreitag und Ostermontag sind hier frei. Ein weiterer Feiertag in der Woche nach Ostern war dieses Jahr der ANZAC Day, der den australischen und neuseeländischen Soldaten gewidmet ist (ANZAC = Australian New Zealand Army Corps). Da dieser Tag am Freitag nach Ostern gefeiert wurde, konnte man mit nur drei Urlaubstagen ganze 10 Tage Ferien gewinnen. Das habe ich natürlich auch gleich genutzt, ebenso wie die meisten Kollegen an der Uni.

Als Ziel für meinen Trip habe ich mir die Südküste im Bundesstaat Victoria ausgesucht, da es dort ja aufgrund der geografischen Lage im Winter bald nicht mehr so gemütlich ist und die näher gelegenen Ziele hier im Norden auch im Winter gut bereist werden können. So ging es dann also am Karfreitag morgens mit dem Zug in wenigen Minuten raus zum Flughafen und dann mit Virgin Airlines in knapp 2 Stunden nach Melbourne.
Flug 326 nach Melbourne startet planmäßig.

Flug 326 nach Melbourne startet planmäßig.

Beim Flug über den angrenzenden Bundesstaat New South Wales und dann über Victoria zeigte sich Australien von einer erstaunlich grünen Seite, obwohl wir doch schon recht weit im Landesinneren flogen. Also vom viel zitierten „roten Herz“ des Kontinents war noch nichts zu sehen.

Melbourne

Nachmittags in Melbourne angekommen ging es schnell zum Hotel mit dem schönen Namen „Batman’s Hill“ (dort gab es auch den John Batman Konferenzraum) und dann gleich weiter in die Stadt. Es wirkte erst alles wie ausgestorben, aber das haben diese Großstädte so an sich, da das Zentrum in erster Linie aus Bürohochhäusern besteht, die natürlich am Wochenende bzw. Feiertag verlassen dastehen.
Melbourne liegt, ähnlich wie Brisbane, an einem großen Fluss, dem Yarra River.

Melbourne liegt, ähnlich wie Brisbane, an einem großen Fluss, dem Yarra River.

Auf dem zentralen Federation Square war aber doch viel Leben, denn es fand gerade das alljährliche Comedy Festival statt (bei uns am Karfreitag eher nicht vorstellbar). Ein Straßenkünstler hatte eine beachtliche Menschenmenge versammelt und schaffte es, die Leute mit kleinen Showeinlagen unter Einbeziehung des Publikums zu unterhalten.
Street Art Performance auf dem Federation Square.

Street Art Performance auf dem Federation Square.

Blick über den Federation Square mit Bahnhof links und dem Central Business District im Hintergrund.

Blick über den Federation Square mit Bahnhof links und dem Central Business District im Hintergrund.

 

Später am Abend gab es auf einer Bühne eine 90 minütige kostenlose Show verschiedner Künstler und Comedians, alles sehr lustig. Mir und den zahlreichen Zuschauern hats gefallen.

Abendliche Comedy Show mit verschiedenen Künstlern.

Abendliche Comedy Show mit verschiedenen Künstlern.

The Yoyo People – sehr unterhaltsam.

The Yoyo People – sehr unterhaltsam.

 

Lecker Essen kann man in Melbourne natürlich auch. Das untenstehende Bild ist eher kein Beweis dafür, aber ich habe mich dem Lonely Planet folgend für ein nettes Restaurant entschieden und lag damit nicht verkehrt. Als Karfreitags-Special gab es ein leckeres Meeresfrüchte-Gericht und Neuseeländischen Weißwein.

 

Eher nicht so lecker, mein Abendessen war deutlich besser :)

Eher nicht so lecker, mein Abendessen war deutlich besser :)

Eine Besonderheit im Stadtbild sind die vielen Straßenbahnen. Weil die allgegenwärtig sind, gibt es für die Autofahrer eine sehr gewöhnungsbedürftige Regelung für das Abbiegen nach rechts (also über die Schienen, entspricht bei uns dem Linksabbiegen): Man ordnet sich links ein und stellt sich vor die in der Querstraße wartenden Autos. Dann wartet man, bis die grün bekommen und biegt erst dann ab. Hintergrund ist, dass man beim Warten auf freie Fahrt nicht die Straßenbahn oder nach nachfolgenden Verkehr behindert.

Eine Besonderheit im Stadtbild sind die vielen Straßenbahnen.

Eine Besonderheit im Stadtbild sind die vielen Straßenbahnen. Weil die allgegenwärtig sind, gibt es für die Autofahrer eine sehr gewöhnungsbedürftige Regelung für das Abbiegen nach rechts (also über die Schienen, entspricht bei uns dem Linksabbiegen): Man ordnet sich links ein und stellt sich vor die in der Querstraße wartenden Autos. Dann wartet man, bis die grün bekommen und biegt erst dann ab. Hintergrund ist, dass man beim Warten auf freie Fahrt nicht die Straßenbahn oder nach nachfolgenden Verkehr behindert.

Nach diesem lustigen Abend in Melbourne habe ich am nächsten Morgen mein Mini-Wohnmobil abgeholt. Diese Campingvans gibt es natürlich in verschiedenen Größen und Austattungsvarianten. Ich hatte das Glück, dass es von der von mir bestellten Sorte gerade keins vorrätig war ich so ein größeres bekommen habe. Das war wirklich gut, so konnte ich drin stehen und hatte auch eine vernünftige Miniküche mit Gasherd, Kühlschrank und Mikrowelle. Geschirr, Schlafsäcke, Kissen usw. gehört auch zur Grundausstattung.

Mein Apollo Hitop Campingvan.

Mein Apollo Hitop Campingvan.

Nur die Mietbedingungen von Apollo bzw. Hippie Camper sind etwas obskur. Zum eigentlichen Mietpreis kommt noch die Kaution, die in nicht unerheblicher Höhe von bis zu 2500$ auch erst mal von der Kreditkarte eingezogen wird – nicht ohne noch 2% Kreditkartengebühr, die natürlich nicht erstattet wird, aufzuschlagen. Durch diese Gebühren war es schon fast genauso teuer, die Kaution durch zusätzliche Zahlung auf 100$ zu reduzieren, was ich dann auch gemacht habe. Als nächste Überraschung wird einem eine weitere Versicherung angeboten, die auch Reifenschäden und Schäden an der Scheibe abdeckt, denn das ist natürlich nicht mit versichert. Darauf habe ich aber verzichtet … Zu guter Letzt soll man dann auch noch 25$ für das Auffüllen der Gasflasche bezahlen. Man kann sie auch selber auffüllen, aber es gibt kaum noch Tankstellen wo man das machen kann. Hier war dann der Zeitpunkt gekommen, meine leichte Verärgerung über diese ständigen Zusatzkosten auszudrücken. Der Lady am Schreibtisch war das auch selber sichtlich unangenehm und schließlich hat sie einfach auf die 25$ verzichtet, netter Zug.
Mit der manuellen Schaltung mit der linken Hand bin ich viel besser klar gekommen als zunächst befürchtet, hatte damit keine Probleme. Die Anordnung der Gänge ist exakt wie bei uns, also der erste Gang vorn links usw.
Mini-Küche mit Kühlschrank, Waschbecken, Mikrowelle und Gasherd. Geschirr und Besteck ist alles in den Schubkästen und Fächern verstaut.

Mini-Küche mit Kühlschrank, Waschbecken, Mikrowelle und Gasherd. Geschirr und Besteck ist alles in den Schubkästen und Fächern verstaut.

Tisch und Sitzbänke können nachts in eine Liegefläche über die gesamte Breite des Fahrzeugs umgebaut werden. Unter den Bänken befindet sich noch zusätzlicher Stauraum.

Tisch und Sitzbänke können nachts in eine Liegefläche über die gesamte Breite des Fahrzeugs umgebaut werden. Unter  den Bänken befindet sich noch zusätzlicher Stauraum.

 

Übersicht

Hier erstmal ein kurzer Überblick über die Stationen meiner Rundreise. Von Melbourne ging es zunächst nach Südosten zum Wilsons Promontory National Park (blau), danach nach Philip Island (orange). Anschließend habe ich mir die Great Ocean Road (rot) angeschaut und noch drei Tage in den Grampians (gelb), einem Gebirge im Landesinneren verbracht.


 

Wilsons Promontory National Park

Mein erstes Ziel nach Melbourne war Wilsons Promontory National Park, eine relativ unberührte Halbinsel etwa 2 Stunden südöstlich von Melbourne und gleichzeitig der südlichste Punkt des Australischen Festlands. Die Halbinsel ragt in die Bass Street hinein, die Australien von Tasmanien trennt.
Es gibt nur eine Zufahrtsstraße, die nach 30 km auf einem großen Zeltplatz (Tidal River) gleich an der Küste endet. Und diese Küste kann sich wirklich sehen lassen, weite Strände mit feinstem Sand in jeder Bucht. Leider schon zu kühl zum Baden, nur einige Surfer mit dicken Neopren-Anzügen wagten sich ins Wasser.

Abendliches Strandpanorama.

Abendliches Strandpanorama.

Im Nationalpark kann man wunderbar wandern gehen, einige Touren führen volle fünf Tage durch die Wildnis. Ich habe mich mit einer schönen Tageswanderung begnügt und – da ja Ostern war – auch einige Geocaches gesucht und gefunden.

Grüner Urwald bis zum Horizont. Hier kann man 5 Tage nur mit Zelt und Rucksack unterwegs sein und dabei die gesamte Halbinsel umrunden und durchqueren.

Grüner Urwald bis zum Horizont. Hier kann man 5 Tage nur mit Zelt und Rucksack unterwegs sein und dabei die gesamte Halbinsel umrunden und durchqueren.

Beeindruckende Strände entlang der gesamten Küstenlinie.

Beeindruckende Strände entlang der gesamten Küstenlinie.

Am nächsten Tag (Ostersonntag) habe ich morgens noch einige Geocaches in der Umgebung mitgenommen, bevor ich dann in Richtung Philip Island, der nächsten Station meiner Reise aufgebrochen bin.

Der Nationalpark ist beheimatet natürlich auch verschiedenste  Tiere, hier ein gefiedertes Exemplar unbekannter Art.  Es gab die gleichen auch noch in grün :)

Der Nationalpark ist beheimatet natürlich auch verschiedenste Tiere, hier ein gefiedertes Exemplar unbekannter Art. Es gab die gleichen auch noch in grün :)

Ein Wallaby beim Frühstück. Es hat sich beim Grasen nicht weiter stören lassen.

Ein Wallaby beim Frühstück. Es hat sich beim Grasen nicht weiter stören lassen.

 

Phillip Island

Nach den ersten Tagen in Melbourne und Wilsons Promontory war die nächste Station meiner Osterferien Phillip Island. Diese Insel, südlich von Melbourne gelegen, ist berühmt für ihre abendliche Pinguinparade. Ein ziemlich einzigartiges Schauspiel, dass es in dieser Form wohl nicht oft auf der Welt geben dürfte.
Auf der Insel befindet sich die letzte verbliebende Kolonie von Zwergpinguinen in Australien. Die Pinguine verbringen lange Zeit im Meer auf der Jagd nach Fischen und kehren danach zurück an Land zu ihren Nestern. Aus Angst vor Raubvögeln trauen sie sich allerdings erst in der Dunkelheit an den Strand. Jeden Abend warten die Pinguine daher im flachen Wasser vor dem Strand auf die Dämmerung und strömen dann in Grüppchen von mehreren Dutzend Tieren an Land. Insgesamt pro Abend mehrere Hundert, bis zu 2000 Tiere. Das Besondere ist nun, dass man die Pinguine von eigens gebauten Laufstegen und Tribünen aus beobachten kann. Ich habe mir die geführte Tour mit einem Ranger in einer kleinen Gruppe von 10 Leuten gegönnt, so kamen wir noch näher an die putzigen Tieren heran, als mit dem Standard-Ticket. Die Beleuchtung ist so angepasst, dass die Pinguine das Licht nicht wahrnehmen können und sich so überhaupt nicht von den Menschen stören lassen. Leider (allerdings sehr verständlich) ist Photographieren und Filmen streng verboten, um die Pinguine nicht mit Blitzlicht zu blenden. Daher gibt es nur ein Bild von Plüschpinguinen :)
Die echten Pinguine durften nicht abgelichtet werden, daher hier die Plüschvariante.

Die echten Pinguine durften nicht abgelichtet werden, daher
hier die Plüschvariante.

Die Steilküste der Insel beherbergt neben den Pinguinen auch noch einige Seevögel und Seehunde. Weiterhin waren die gewaltigen Wellen die an die Küste brandeten sehr beeindruckend.

Am nächsten Tag habe ich noch einen kurzen Abstecher im Schokoladenmuseum gemacht, bevor es mit der Fähre quer über die Bucht von Melbourne in Richtung Great Ocean Road ging.
Eine Modelleisenbahn ganz aus Schokolade.

Eine Modelleisenbahn ganz aus Schokolade.

Eine Tonne Schokolade.

Eine Tonne Schokolade.

Great Ocean Road

Die Great Ocean Road ist eine Küstenstraße, die sich im Süden Victorias an der beeindruckenden Steilküste entlang schlängelt. Zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Strecke laden zum Anhalten und Staunen ein. Die Klippen, das türkisblaue Meer und die grünen Hügel im Hinterland bilden oftmals ein sehr fotogenes Ensemble, so dass es definitiv nicht langweilig wird. Natürlich sollte man sich entsprechend Zeit lassen, auch wenn man die Strecke an sich in einem Tag bewältigen könnte. Besonders morgens oder in der Abendsonne, wenn die Küste regelrecht leuchtet, sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit aber doch erheblich. Ich habe mir zweieinhalb Tage Zeit genommen, um auch einige Abstecher am Rande der Strecke mitzunehmen.

 

Bells Beach, hier werden jedes Jahr die besten Surfer gekürt.

Bells Beach, hier werden jedes Jahr die besten Surfer gekürt.

Abendliche Küste am Split Point Leuchtturm.

Abendliche Küste am Split Point Leuchtturm.

Himmel, Strand und Meer.

Himmel, Strand und Meer.

An der Great Ocean Road.

An der Great Ocean Road.

Die Great Ocean Road macht an einigen Stellen einen Schlenker ins Hinterland, das größtenteils als Weide für Rinder und Schafe genutzt wird. Mit etwas Glück kann man in den Bäumen entlang der Straßen Koalas entdecken, die in aller Ruhe die Blätter in sich hineinstopfen.

Nicht immer am Ozean entlang: Great Ocean Road im Hinterland.

Nicht immer am Ozean entlang: Great Ocean Road im Hinterland.


 

Von Zeit zu Zeit kann man auch auf eigens angelegten Treppen und Stufen die Steilküste hinunter zum Strand klettern. Besonders schön ist das an den Gibson Steps. Der Strand ist beeindruckend schön, man hat das senkrecht abfallende Kliff im Rücken und vor sich zwei Felstürme an denen beständig die Wellen nagen.

Panorama kurz vor den Gibson Steps, die hinunter an den Strand führen.

Panorama kurz vor den Gibson Steps, die hinunter an den Strand führen.

Interessante Felsformationen am Strand unterhalb der Gibson Steps.

Interessante Felsformationen am Strand unterhalb der Gibson Steps.

Wie lange die beiden Türme wohl noch stehen werden? Die Wellen setzen ihnen jedenfalls kräftig zu.

Wie lange die beiden Türme wohl noch stehen werden? Die Wellen setzen ihnen jedenfalls kräftig zu.

Panorama im abgelegenen Teil des Strandes, nach einer kurzen Kraxelei über die Felsen links.

Panorama im abgelegenen Teil des Strandes, nach einer kurzen Kraxelei über die Felsen links.

Die berühmten Twelve Apostel. Es sind zwar nur noch neun oder acht Felstürme übrig, aber das macht es nicht weniger beeindruckend.

Die berühmten Twelve Apostel. Es sind zwar nur noch neun oder acht Felstürme übrig, aber das macht es nicht weniger beeindruckend.

Die "Grotto" mit Meerblick.

Die „Grotto“ mit Meerblick.

London Bridge. Als die Verbindung zum Festland in den neunziger Jahren einstürzte, fanden sich zwei verdutzte Touristen plötzlich auf der neu entstandenen Insel wider und mussten mit einem Hubschrauber gerettet werden.

London Bridge. Als die Verbindung zum Festland in den neunziger Jahren einstürzte, fanden sich zwei verdutzte Touristen plötzlich auf der neu entstandenen Insel wider und mussten mit einem Hubschrauber gerettet werden.

Einsame Straßen am Cape Bridgewater, dem Ende der Great Ocean Road.

Einsame Straßen am Cape Bridgewater, dem Ende der Great Ocean Road.

Grampians National Park

Die letzte Etappe meiner Reise führte mich schließlich vom Ende der Great Ocean Road am Cape Bridgewater nach Norden, in den Grampians National Park. Hier hatte ich mir zwei Tageswanderungen ausgesucht. Leider musste ich aber feststellen, dass im Januar ein großes Feuer im Nationalpark gewütet hat und dabei die Hälfte des Parks komplett vernichtet hat – natürlich genau die Gegend, in der meine Wanderungen lagen. So war dann spontanes Umplanen mit Hilfe der Lady in der Touristeninformation angesagt. Sie hat mir eine auf A3-Format kopierte Karte in die Hand gedrückt und mich in den südlichen Parkteil gelotst. Der Weg dahin war allerdings sehr abenteuerlich und führte zwei Stunden lang über allerlei unbefestigte Pisten, die mein Campingvan zum Glück unbeschadet überstand.
Hier war die Piste noch glatt und gut befahrbar, später wurde es deutlich holpriger, dann kamen noch lästige Querrillen dazu und schließlich erschwerten sandgefüllte Senken das Vorwärtskommen.

Hier war die Piste noch glatt und gut befahrbar, später wurde es deutlich holpriger, dann kamen noch lästige Querrillen dazu und schließlich erschwerten sandgefüllte Senken das Vorwärtskommen.

Links und rechts der Piste war gut zu sehen, wie sich die Natur nach einem Feuer wieder erholt. Dieser Teil der Grampians war wohl vor einigen Jahren das letzte Mal abgebrannt, aber mittlerweile sprießt wieder viel Grün aus den verkohlten Stämmen.

Hier haben die Bäume das Feuer offenbar überstanden und können sich wieder erholen.

Hier haben die Bäume das Feuer offenbar überstanden und
können sich wieder erholen.

Frisches Grün an verkohlten Stämmen.

Frisches Grün an verkohlten Stämmen.

An einigen Stellen scheint das Feuer aber so sehr gewütet zu haben, dass die Vegetation endgültig zerstört ist und nicht wieder nachwächst. Wie mir später ein Parkranger erklärte, ist das abhängig von der Temperatur des Feuers (logisch) und ob nur die äußeren Schichten der Bäume verkohlen oder auch die inneren, lebenswichtigen Teile.

Trostlose Flächen mit restlos verbrannter Vegetation.

Trostlose Flächen mit restlos verbrannter Vegetation.

Irgendwann war ich dann schließlich am Ziel und begann mit dem Aufstieg durch die schroffe Sandsteinlandschaft. Der Pfad führte zunächst durch den nachwachsenden Wald und dann beständig bergan hinauf auf einen „Festung“ genannten Berg, von dem sich weite Ausblicke über die Grampians boten. Irgendwie wirkte die Landschaft sehr urzeitlich auf mich, auf jeden Fall war weit und breit keine Zivilisation zu sehen.

Die schroffe und irgendwie urzeitliche Landschaft der Grampians.

Die schroffe und irgendwie urzeitliche Landschaft der Grampians.

In den Grampians.

In den Grampians.

Einige andere Wanderer waren ebenfalls unterwegs, die meisten wollten die Nacht an einem der ausgewiesenen Zeltplätze in der Wildnis verbringen. So toll waren die aber nicht gelegen, mitten im Dickicht, ohne Aussicht und auch ohne Wasser. So war ich doch froh, dass ich mich nach ausgiebiger Rast am Gipfel wieder auf den Rückweg zum Auto machen konnte und dann – diesmal über etwas bessere Pisten – in Richtung Campingplatz fahren konnte.
Während der Fahrt setzte die schließlich Dämmerung ein und plötzlich wimmelte es nur so vor Kängurus in verschiedenen Varianten. Die Beuteltiere kommen bei Einbruch der Dunkelheit aus dem Wald und grasen dann auf den offenen Wiesen. Wenn sie sich durch die vorbeifahrenden Autos gestört fühlen, flüchten sie zurück in den Wald. Diese Strategie ist allerdings eher ungünstig, wenn sie dazu quer über die Straße gehüpft kommen. Zahlreiche überfahrene Tiere im Straßengraben zeugen von den unerfreulichen Zusammenstößen mit den Fahrzeugen der vorbeifahrenden Menschen.
Am nächsten Tag war das Wetter ziemlich trübe, daher gab es nur eine kurze Wanderung zu einem nahegelegnen Aussichtspunkt.
Aussichtspunkt über Halls Gap. Unten im Tal liegt die vollständig auf die Touristen eingestellte Siedlung mit Campingplätzen, Restaurants und einem Supermarkt.

Aussichtspunkt über Halls Gap. Unten im Tal liegt die vollständig auf die Touristen eingestellte Siedlung mit Campingplätzen, Restaurants und einem Supermarkt.

Damit war mein Kurzurlaub in Victoria auch schon vorbei. Am nächsten Tag ging es nur noch zurück nach Melbourne und schließlich mit dem Flieger wieder nach Brisbane. Es waren zehn tolle und abwechslungsreiche Tage im südlichsten Teil Australiens, zwischen Meer und Bergen, Strand und Urwald.